Über uns

Der Anfang

Am 16. Februar 1934 fanden sich in Ennerich einige Männer, die den Feuerlöschdienst freiwillig übernehmen wollten und sich in einer Liste eintrugen. So waren es 25 Mitglieder, die zu ihrer ersten Versammlung am 17. März 1934 zusammen kamen.

Als Brandmeister wurde wurde Karl Steiof gewählt, Stellvertreter wurde Hermann Lang und Schriftführer Rudolf Weyel. Auf dieser ersten Versammlung wurde auch die Satzung verlesen und aufgenommen. Als Kreisbrandmeister fungierte zu dieser Zeit Herr Moser aus Weilburg, der sich auch persönlich um die Wehr kümmerte. Im Jahre 1936 wurden eine Ausziehleiter, ein Verteilerstück und 40 m Schlauch beschafft.
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges störte auch nachhaltig jedes weitere Vereinsleben. Darunter litt auch die Einsatzbereitschaft der Wehr. Die letzte Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr fand im Juni 1940 statt. Danach wurde der Feuerlöschdienst von den in der Heimat verbliebenen durchgeführt.
Nach dem Zusammenbruch 1945 kam das Vereinsleben und somit auch die Freiwillige Feuerwehr völlig zum Erliegen. Es war für viele unfassbar, sollten denn die Bemühungen der vergangenen Jahre völlig umsonst gewesen sein? Trotz der widrigen Umstände fanden sich wieder Wehrmänner zusammen, die bereit waren, die Arbeit wieder aufzunehmen. Am 1. Februar 1950 fand wieder eine Mitgliederversammlung statt. Es waren 18 Mitglieder anwesend. Unter Brandmeister Steiof und seinem Stellvertreter H. Lang wurde der Dienst wieder aufgenommen.

Geräte und Ausrüstung seit 1950

In dieser Zeit waren Schlauchwagen mit zwei Schlauchhaspeln, Standrohr und Strahlrohren vorhanden. Dazu ein Handspritzenwagen, der von 6 Männern bedient wurde. Alle diese Ausrüstungswagen wurden von Hand bewegt oder bei Auswärtseinsätzen mit Pferden und später mit Traktoren gezogen. Allerdings zeigte sich bald, dass die alte Handdruckspritze den Anforderungen nicht mehr genügte.

Es gelang eine gebrauchte Tragkraftspritze mit einer Leistung von 800 l/min bei einem Ausgangsdruck von 8 bar zu beschaffen. Für viele war damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Nach und nach wurden wieder Uniformen beschafft, dazu Stahlhelme und Koppel mit Beilen, Notnagel und Seilen. Bis dahin hatten wir noch unseren Hornisten Ernst Hardt. Es war wirklich zünftig, mit einem Trompetensignal zur Übung geweckt zu werden. Aber unser Ort wurde immer größer und eines Tages mußte eine Sirene angeschfft werden, um die Signale besser zu hören. Die Ausrüstungen wurden immer weiter verbessert, um die Wehr einsatzbereit und schlagkräftig zu machen. Regelmäßig wurden – und werden auch weiterhin Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene von den Aktiven besucht, um sich dort erforderliches Wissen und Fertigkeiten anzueignen.

Mittlerweile war unser Dorf durch Neubaugebiete erheblich gewachsen und somit auch die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr. So wurde uns ein Tragkraftspritzenfahrzeug auf Basis VW – Bus übergeben. Dadurch wurde der Brandschutz merklich verbessert, wir waren beweglicher geworden. Allmählich wurde der bisherige Geräteraum zu klein und man befasste sich mit dem Gedanken an den Neubau eines Gerätehauses. Nach langen Verhandlungen mit der Stadt Runkel einigte man sich auf den Neubau des Gerätehauses, der als Anbau das bisherige kleine Gerätehaus mit einbeziehen sollte. Die ersten Pläne wurden im Herbst 1977 vorgelegt, bis dann endlich Ende 1979 mit dem Bau begonnen wurde. Die Freiwillige Feuerwehr Ennerich verpflichtete sich, hohe Eigenleistungen zu erbringen. So wurden die Fundamente erstellt, der Rohbau aufgezogen usw. Leider wurde durch einen zeitweiligen Baustopp die Fertigstellung erheblich verzögert. Endlich , im Frühjahr 1984, wurde der Neubau vollendet. Am 11. April 1984 wurde durch eine Abordnung der Ennericher Feuerwehr ein neues Fahrzeug – ein Tragkraftspritzenfahrzeug auf Basis Ford Transit – im Werk abgeholt und überführt. Zu unserem 50 – jährigen Jubiläum wurden dann Fahrzeug und das neue Gerätehaus an uns übergeben.

Gegenwart

Seit 1984 hat sich in Ennerich viel verändert. Durch Vergrößerung von Gewerbegebieten ist ein gänzlich verändertes Gefahrenpotential vorhanden, welches die technische Ausstattung wie auch die Ausbildung der Einsatzabteilung tangiert.

So denkt man bereits wieder über die Beschaffung eines größeren Fahrzeugs nach, die Alarmierung der Feuerwehr erfolgt inzwischen weitgehend über Funkmeldeempfänger und die Bekleidung hat sich über den „Feuerwehrkombi“ über die blau – orangen Einsatzanzüge bis zu den jetzt aktuellen Brandbekämpfungsanzügen entwickelt. Es wurden ein Schlauchanhänger beschafft, der ca. 400m B – Schlauch mitführen kann, um auch abgelegene Gebiete erreichen zu können; sowie ein Geräteanhänger, der mit Stromerzeuger, Beleuchtungsgerät, Mehrzweckzug und Hebegeräten bestückt ist. Der Begriff „Feuerwehr“ ist in dieser Form ohnehin überholt. Längst ist aus der freiwilligen Gruppe, die sich zur Brandbekämpfung zusammengeschlossen hatte eine Organisation mit vielfältigen Aufgaben geworden, die zum Schutz der Bevölkerung eingesetzt wird. Hierbei wird ein großer Teil der Einsätze durch technische Hilfeleistung bedingt, aber auch Autounfälle, Personensuche in Amtshilfe oder auch Hochwassereinsätze verlangen den Einsatz der Feuerwehr und das mit einer Verfügbarkeit von 24 Stunden am Tag.